Mangrovenaufforstung und Frauenförderung

Ziel ist es, gesunde Mangrovenwälder an einer Küstenregion in Myanmar zu schaffen, die CO₂ aufnehmen, die Bevölkerung vor Naturkatastrophen schützen und die Biodiversität fördern, indem sie einen wichtigen Lebensraum für bedrohte Arten erhalten. Das Projekt bindet die lokale Bevölkerung für die Wiederherstellung der degradierten Mangrovenökosysteme ein und steigert gleichzeitig deren Lebensqualität. Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Unterstützung von Frauen und Mädchen.

Projekttyp

  • Wald
  • Bildung

Projektname

Mangrovenaufforstung und Frauenförderung

Projektstandort

Myanmar

Projektstandard

VCS

Emissionsreduktionen

40.000 t CO2/Jahr

Projektstatus

Betrieb

Projektstart

März 2018

Situation ohne Projekt

Reduktion des CO₂-Bestands, Verlust von Biodiversität, erhöhtes Risiko durch Naturkatastrophen wie Hurrikans

Das Projekt

Die Mangrovenökosysteme im Ayeyarwady-Delta in Myanmar erlebten seit den 1980er Jahren eine kontinuierliche Abholzung, was zu einem Verlust von über 80 Prozent gegenüber der ursprünglichen Bedeckung führte. Die Mangroven werden abgeholzt, um Platz für den Garnelen- und Reisanbau, die Holzkohleproduktion und Palmölplantagen zu schaffen. Dies wird durch die wirtschaftliche Not der lokalen Bevölkerung verstärkt: 60 Prozent der Dorfbewohner haben keinen festen Arbeitsplatz und viele von ihnen fällen Bäume, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Gesunde Mangrovenökosysteme spielen jedoch eine Schlüsselrolle beim Schutz der Küstengemeinden vor extremen Wetterereignissen wie Wirbelstürmen, beim Erhalt der Fischbestände und bei der CO₂-Reduktion. Ohne Maßnahmen werden die Mangrovenwälder voraussichtlich vollständig verschwinden, was die Verletzlichkeit der Bevölkerung bei Naturkatastrophen weiter erhöhen und negative Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft haben wird.

Das gemeindebasierte Projekt hilft Familien mit niedrigem Einkommen aus drei Dörfern. In dieser Region werden über neun Millionen Mangroven gepflanzt, um mehr als 2.100 Hektar degradiertes Land wiederherzustellen. Das nachhaltig wiederhergestellte Mangrovenökosystem birgt zahlreiche Vorteile: Erstens wird Kohlenstoff gebunden. Zweitens schützt und fördert es die Biodiversität. Hierfür wird auch die erste Mangroven-Gendatenbank mit 64 Arten eingerichtet. So werden bedrohte Arten wie Dugongs (Seekühe) und Meeresschildkröten geschützt und der Lebensraum von wilden Elefanten wiederhergestellt. Drittens verringert es das Risiko von Naturkatastrophen, indem es die Küste stabilisiert und so angrenzende Dörfer vor Zyklonen und Tsunamis schützt.

Schließlich wird die Armut durch neue Einkommensquellen reduziert: Kleinfischer profitieren von erhöhten Fischbeständen, was ihre traditionelle Einkommensquelle sichert. Darüber hinaus wird die Bildung verbessert, indem Schulen mit Solarzellen und Computern ausgestattet und Schulungen durchgeführt werden. Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts ist die Stärkung der Frauen, die in Tätigkeiten wie Muschelkultur, Herstellen von Kleidung und natürlichem Textilienfärben ausgebildet und unterstützt werden. Zudem werden Stipendien für Mädchen und junge Frauen aus armen Familien in der Projektregion bereitgestellt, damit diese die Schule bis zur Universität besuchen können. Das Projekt wird zusammen mit der Pathein und Myeik Universität durchgeführt. Dies gewährleistet eine professionelle wissenschaftliche Begleitung und solide Implementierung der Gendatenbank. Die Gelder für die CO₂-Zertifikate fließen zurück an die Gemeinden, beispielsweise in Form von Unterstützung für zukunftssichere, lokale Businesses, Bildungsstipendien, Solarzellen für Schulen und Solarlampen für Haushalte.

Dieses Projekt trägt zu 14 SDGs bei.

Bisher Erreichtes (Stand März 2020):

  • 4.600 Personen mit geringem Einkommen profitieren von erhöhter Lebensqualität.
  • Ausbildung und Arbeitsplätze für über 100 PflanzerInnen, davon über 70 Prozent Frauen.
  • 80 Fischer und lokale Konsumenten profitieren von erholten Fischbeständen.
  • Drei Millionen Mangroven gepflanzt (bis 2018).
  • Zusammenarbeit mit zwei lokalen Universitäten gewährleistet die Qualität der wissenschaftlichen Begleitung.

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